Die Schaffner-Villa in Aussig (Ústí nad Labem) gehörte zu den bedeutendsten Neorenaissance-Denkmälern der Region. Die luxuriöse Residenz wurde in den Jahren 1874–1876 für Max Schaffner, den langjährigen Direktor des einflussreichen Österreichischen Vereins für chemische und metallurgische Produktion (Spolchemie), errichtet. Die vom Architekten Robert Gieseke entworfene Villa bestach durch ihre prachtvolle, von der italienischen Renaissance inspirierte Architektur sowie eine reiche Innenausstattung. Umgeben war sie von einem weitläufigen, sorgfältig gepflegten Park, der den repräsentativen Charakter des gesamten Anwesens unterstrich.





Das Schicksal dieser architektonischen Perle erfüllte sich tragisch am Ende des Zweiten Weltkriegs. Im April 1945 wurde die Villa eines der Opfer der zerstörerischen alliierten Bombenangriffe auf Aussig. Nach mehreren Bombentreffern wurde das Gebäude schwer beschädigt und in der Nachkriegszeit nicht mehr wiederaufgebaut; die Ruinen wurden schließlich im Jahr 1947 endgültig abgetragen. Heute befinden sich an der Stelle der Villa und des angrenzenden Parks das Verwaltungsgebäude der Spolchemie sowie der Bedřich-Smetana-Park (sady Bedřicha Smetany), die an den vergangenen Glanz dieses großartigen Industriellensitzes erinnern.






